Wohngebäudeversicherung für Hauskäufer

Fachbeitrag von Sven Nebenführ, Taunussteiner Versicherungsmakler und überregionaler Spezialist für Sachversicherungen


Wohngebäudeversicherung für Hauskäufer

 

Was muss ich als Hauskäufer bei der Wohngebäudeversicherung beachten?

Sie haben ein Haus gekauft und selbstverständlich möchten Sie es gegen die alltäglichen Gefahren versichern. Zunächst muss der Verkäufer die bestehende Versicherung darüber informieren, dass das Haus an Sie verkauft wurde. Sowohl der Veräußerer als auch der Erwerber sind verpflichtet dem Versicherer den Verkauf unverzüglich mitzuteilen. Erwerber ist man zwar erst mit der Grundbucheintragung, dennoch ist es nicht von Nachteil, wenn die Meldung schon direkt nach dem Notartermin erfolgt. Für den Beitrag der Wohngebäudeversicherung für die laufende Versicherungsperiode in der die Grundbucheintragung stattfindet haften beide. Man spricht von einer gesamtschuldnerischen Haftung.

Es besteht sowohl für den Versicherer als auch für den Käufer ein Sonderkündigungsrecht.

 

§ 96
Kündigung nach Veräußerung

(1) Der Versicherer ist berechtigt, dem Erwerber einer versicherten Sache das Versicherungsverhältnis unter Einhaltung einer Frist von einem Monat zu kündigen. Das Kündigungsrecht erlischt, wenn es nicht innerhalb eines Monats ab der Kenntnis des Versicherers von der Veräußerung ausgeübt wird.

(2) Der Erwerber ist berechtigt, das Versicherungsverhältnis mit sofortiger Wirkung oder für den Schluss der laufenden Versicherungsperiode zu kündigen. Das Kündigungsrecht erlischt, wenn es nicht innerhalb eines Monats nach dem Erwerb, bei fehlender Kenntnis des Erwerbers vom Bestehen der Versicherung innerhalb eines Monats ab Erlangung der Kenntnis, ausgeübt wird.

(3) Im Fall der Kündigung des Versicherungsverhältnisses nach Absatz 1 oder Absatz 2 ist der Veräußerer zur Zahlung der Prämie verpflichtet; eine Haftung des Erwerbers für die Prämie besteht nicht.

 

Kann man die Wohngebäudeversicherung sofort kündigen?

Mit der Meldung an den Versicherer besteht also ein sofortiges Kündigungsrecht. Allerdings kann man auch erst zum Ende des Versicherungsjahres kündigen. Bevor man nun übereilt eine Entscheidung trifft, gilt es sich mit dem Thema zu beschäftigen oder aber einen unabhängigen Fachmann damit zu beauftragen. Auch wenn man sich das wünschen würde, nicht jeder Versicherer nimmt jedes Gebäude. Jeder Versicherer hat hierzu seine eigenen Erfahrungen gesammelt und es lässt sich grob sagen, je älter ein Haus, desto kleiner wird die Auswahl an Versicherern. Es kann also sinnvoll sein zunächst beim Versicherer zu bleiben, den der Verkäufer gewählt hatte. Der Vertrag geht einfach auf Sie über und Sie müssen nichts daran ändern. Nehmen Sie sich die Zeit den Vertrag zu prüfen, zu klären ob und wieviele Schäden in den letzten Jahren aufgetreten sind. Der Versicherer gibt Ihnen hierzu gerne Auskunft. Erkundigen Sie sich beim Verkäufer welche Sanierungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Dabei gilt es besonders auf die Gewerke Dach, Elektroinstallation, Wasserver- und entsorgung, alle Leitungen der Heizungsversorgung. Wenn möglich besorgen Sie entsprechende Belege.

Liegt das Baujahr des Hauses innerhalb der letzten 40 Jahre, müssen Sie den Aufwand bezüglich der Sanierungsmaßnahmen nicht betreiben. Hier können Sie sich fast bei jedem Versicherer problemlos eindecken.

Mit den gewonnenen Daten machen Sie sich dann auf die Suche nach einem neuen Tarif.

 

Welche Gefahren können versichert werden, was ist zu empfehlen?

Mit ein Grund die alte Police zu prüfen ist der stete Wandel der Tarife. Wir alle kennen sicher die Gefahren, Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel, bzw. Glasbruch. An Bedeutung gewonnen hat die Gefahr Elementarschaden. Je nach Versicherer gehören hierzu Überflutung des Grundstücks, Starkregen, Erdbeben, Erdsenkungen, Schneedruck und Erdrutsch. Wie alle kennen die Bilder von Bächen die zu reißenden Strömen werden, weil innerhalb kürzester Zeit Unmengen an Regen niederprasselt. Weitere Gefahren sind die „unbenannten Gefahren“, also alle die vorher nicht genannt wurden, oder nicht ausgeschlossen sind, wie z.B. Krieg oder innere Unruhen. Ebenfalls auf dem Markt erhältlich sind „All-Risk-Policen“, also Policen die die versicherten Gefahren nicht aufzählen, was zunächst einmal heißt, alles ist versichert. Bei Policen in denen die Gefahren genannte werden heißt es hingegen, dass ist versichert und es gibt zusätzliche Einschlüsse.

 

Zusammenfassung:

All Risk Police heißt alles ist versichert, aber es gibt folgende Ausschlüsse. Aufzählung der versicherten Gefahren heißt, nur diese Gefahren sind versichert, dazu gibt es noch ein paar Einschlüsse und ein paar Ausschlüsse. Daher ist die All-Risk-Police einfacher zu verstehen und einfacher im Handling und es besteht ein besserer Versicherungsschutz. Für die Prämie haften Verkäufer und Käufer gleichermaßen und es besteht mit Zugang der Grundbucheintragung ein Sonderkündigungsrecht, welches mit sofortiger Wirkung oder zum Ende der Versicherungsperiode möglich ist. Kündigen Sie nicht, bevor Sie einen neuen Versicherer gefunden haben.

 

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Freier Versicherungsmakler
Sven Nebenführ
Biohof Platte
65232 Taunusstein
Tel.: 06128/7990729

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